Das, was derzeit der Bauernbund als gute Agrarpolitik präsentiert, hat nichts mit Agrarpolitik zu tun. Die Land- und Forstwirte werden mit Marketing-Geschichten und Schönreden – ihre schlechten Einkommen betreffend – beglückt. Inhaltslose Absichtserklärungen sollen zudem den Eindruck von Aktivitäten erzeugen. Die Realität ist: Die Bauern sind die letzten beim Einkommen und es geht seit 1995 bergab!

Kaufkraftverlust bis zu 90 Prozent
Das „Schönreden“ der letzten 25 Jahre hat vielen Betrieben die Existenz gekostet. Das „Schönreden“ bedeutet in der Praxis einen Kaufkraftverlust von bis zu 90 % für die Produkte der Land- und Forstwirte. Sowie: Seit dem EU-Beitritt gibt es eine Inflation von rund 55 %, die nicht abgegolten wird. Weder bei den Erzeugerpreisen noch bei den Ausgleichszahlungen. In welcher Branche gibt es das?

Näheres dazu: Kaufkraftverlust (8 Downloads)

Milchpreis Erzeuger / Konsument (5 Downloads)

Bauernhof-Zusperr-Programm
Die Pläne vom Bauernbund und der BB-Landwirtschaftsministerin Köstinger sowie deren Gefolgsmann Sektionschef Fankhauser zur neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sind aus der Sicht des Unabhängigen Bauernverbandes ein Bauernhof-Zusperr-Programm. Gleiches gilt für die Forderung der Grünen Umweltministerin Gewessler an die Landwirtschaft. Außerdem gibt man damit die Eigenversorgung des Landes auf.

Keine Vorstellungen zur GAP
Seit 1995 werden die Rahmenbedingungen für die Land- und Forstwirte bei jeder neuen GAP-Periode schlechter. Die Bürokratie nimmt zu, die Auflagen werden stets national verschärft, obwohl die EU in der derzeitigen Kontrollperiode 2 % anstatt 5 % verlangt hat. Und in der nächsten Periode könnte dies nochmal halbiert werden. Bei einer Veranstaltung der Landwirtschaftskammer im Bezirk Freistadt hingegen lobte die AMA-Aufsichtsratsvorsitzende, Präsidentin der Landwirtschaftskammer OÖ und Landtagsabgeordnete Michaela Langer-Weninger unverständlicher Weise die hohe Kontrollquote bei den österreichischen Bauern.

Der UBV hat als einzige Bauernvertretung konkret festgeschrieben, was die Land- und Forstwirte brauchen, damit sie ökonomisch wieder eine Perspektive haben und nicht zusperren bzw. verkaufen müssen. Das UBV-Programm ist kein Wunschkonzert, wie es der Bauernbund gerne abtun will. Im Programm sind die wirtschaftlichen Fakten festgeschrieben, wie dies jede andere Sparte oder Branche rechnet und lebt, um wirtschaftlichen zu überleben.

Die zentralen Forderungen sind unter anderem:

  • Wenn die Pflege von 1 ha Autobahngrünlandstreifen 62.000 Euro kostet, ist eine Leistungsabgeltung je Hektar Kulturland von mind. 900 Euro für die ersten 30 ha gerechtfertigt. Darin sollte eine CO2-Prämie von 200 Euro enthalten sein – für die CO2-Speicherung bzw. die Sauerstoffproduktion. Dies erfolgt nur durch den von Bauern aktiv bewirtschaftete Flächen.
  • Echte Spielregeln beim Handel mit Lebensmitteln für den Lebensmittelhandel und bei Holz. Max. 100 % Preisaufschlag bei Lebensmitteln auf den Einkaufspreis für den LEH. Klare Produkt-Herkunftskennzeichnung. Abgeltung der Inflation. Gleiche Produktionsauflagen ohne Ausnahmen für importierte Waren wie für regional erzeugte Produkte.
  • Keine internationalen Handelsverträge (Mercosur, TTIP, CETA) auf Kosten der Land- und Forstwirtschaft. Jede Schlechterstellung ist finanziell zu 100 % abzugelten. Importverbot von
    Produkten, wofür Regenwald brandgerodet wird.

Wer also will, dass sich die Agrarpolitik ändert, ist eingeladen das UBV-Programm zu unterstützen.