Kein Widerstand, kein Konzept
Kommentar von LK-Rat ÖR Johann Großpötzl
Die Bauern erleben derzeit ein politisches und wirtschaftliches Gewitter wie noch nie in den letzten Jahrzehnten. Ukraine-Deal, Mercosur-Abkommen, CO2-Bepreisung und die dramatische Kürzung der EU-Ausgleichszahlungen treffen die Landwirtschaft gleichzeitig. Auch die geplante Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel entwertet die bäuerliche Produktion. Konsumenten geben in Österreich nur rund zehn Prozent ihres Einkommens für Ernährung aus – weniger als für Freizeit und Sport. Ein Anteil von 15 Prozent für hochwertige, regionale Lebensmittel müsste sozialpartnerschaftlich abgesichert werden. Ein bloßes Nein zu Mercosur greift zu kurz. Es braucht konkrete Maßnahmen, um die heimische Landwirtschaft im Wettbewerb zu stärken. Die Bauern müssen ähnlich unterstützt werden wie die Industrie. Auch die Landwirtschaft will und muss wettbewerbsfähig bleiben. Daher fordert der UBV einen Agrarstromtarif von fünf Cent. Der Schutz des eigenen politischen Mandats darf nicht wichtiger sein, als das Wohl der bäuerlichen Betriebe.









