Bayer. Bauernverband zu Gast

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Am 27. Februar 2026 trafen in Schärding Vertreter des Österreichischen Unabhängigen Bauernverbandes (UBV) mit dem Präsidenten des Bayerischen Bauernverband, Günther Felßner, zusammen. Felßner, der gemeinsam mit seiner Gattin anreiste, vertritt in Bayern rund 135.000 aktive landwirtschaftliche Betriebe. Das Treffen hat schon Tradition und stand ganz im Zeichen eines intensiven Meinungsaustausches zu aktuellen agrarpolitischen Herausforderungen in Österreich und Deutschland.

Ein zentrales Thema waren internationale Handelsabkommen, insbesondere mit den Mercosur-Staaten, der Ukraine, Australien und Indien. Während diese Abkommen aus Sicht der Gesamtwirtschaft Chancen eröffnen, sehen die bäuerlichen Vertreter darin eine existenzielle Bedrohung für die heimische Landwirtschaft durch steigenden Wettbewerbsdruck und unterschiedliche Produktionsstandards. Einigkeit herrschte beim Thema Leader-Projekte: Diese dürfen nicht mehr aus dem Agrarbudget finanziert werden. Für fachliche Impulse sorgte der Güllefachmann Bernhard Tafelmeier-Marin der die Vorteile der Gesteuerten Gülleverflüssigung und die Optimierung der Erfassung verdünnter Güllen präsentierte. Diese Technologie bringt sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Verbesserungen für landwirtschaftliche Betriebe und trägt zur sicheren Erfüllung der NEC-Richtlinien bei.

Auch wirtschaftliche Rahmenbedingungen wurden verglichen: Aufgrund der gesenkten Energiesteuer auf den EU-Mindestsatz von 0,05 ct/kWh werden bayerische Bauern um rund 2 ct/kWh Stron entlastet. In Österreich profitieren dagegen nur die Wirtschaft, ähnlich wie in Deutschland, von einem Industriestrompreis von 5 ct/kWh. Unterschiede bestehen zudem beim Agrardiesel sowie bei Investitionsförderungen. In Deutschland werden förderbare Investitionen je Betrieb bis zu einer Investitionssumme von 1,2 Millionen Euro mit 35 Prozent unterstützt. Ein weiterer Unterschied ist die Entlohnung der Interessensvertreter: Zum Beispiel bekommt der oberste bäuerliche Vertreter in der Sozialversicherung lediglich 700 Euro als Aufwandentschädigung.

Weitere Themen des Treffens waren das Jagdrecht und der Umgang mit dem Wolf, CO₂-Zertifikate sowie der Tiergesundheitsdienst. Das Treffen in Schärding verdeutlichte erneut, wie wichtig ein enger grenzüberschreitender Austausch ist, um die gemeinsamen Herausforderungen der Landwirtschaft im deutsch-österreichischen Raum wirksam anzugehen.