Natur lässt sich nicht im Labor beschleunigen

In der Unabhängigen Bauernstimme 12/2025 (BRD) nahm Inde Sattler, Bio-Apfelzüchterin in Schleswig-Holstein zur Frage „Braucht es die neuen Gentechniken, um schneller Resistenzen zu erzeugen?“ Stellung. Ihre Antwort: „Schneller ist relativ. Unsere Züchtung zeigt ganz praktisch, dass wir robuste Sorgen züchten können. Das braucht seine Zeit. Wenn man hingegen eine Pflanze im Labor möglichst schnell entwickelt, auch noch unter allerbesten Bedingungen, muss sie sich trotzdem unter Feldbedingungen bewähren. Ob eine Sorte mit den Klimabedingungen klarkommt und dann tatsächlich robust ist, sehe ich erst nach einigen Jahren. Bei jedem Eingriff mit der Genschere CRISPR/Cas wird die Pflanze und ihr Genom verletzt und sie muss das reparieren. Das ist ein tiefer Eingriff in das Genom. Wie genau die Pflanze das repariert oder was sich noch verändert, wissen wir nicht. Wir wissen aber, dass es Nebeneffekte gibt, die bisher nicht genug erforscht sind. Ich halte unsere Züchtung einfach für viel sicherer und effektiver.“
Georg Sams, Landwirtschaftskammer-Rat und Ortsbauernobmann a.D.