UBV OÖ Landesverbandstag
Der Landesverbandstag des Unabhängigen Bauernverbandes (UBV) fand am 6. Jänner 2026 statt. Im voll besetzten Saal beim Wirt zu Kaltenberg in Münzkirchen, Bezirk Schärding zeigten die Mitglieder das große Interesse an der Arbeit des Verbandes.
Zu Beginn gab ÖR Karl Keplinger einen agrarpolitischen Jahresrückblick. Das Jahr 2025 begann mit einer eindrucksvollen Traktorsternfahrt nach Wien, bei der 42 Traktoren symbolisch 42 Forderungen samt Lösungsvorschlägen in die Bundeshauptstadt brachten. Weitere zentrale Themen des vergangenen Jahres waren unter anderem die Entwaldungsverordnung – die in Österreich keiner braucht – sowie die Forderung nach einem Bürokratieabbau von 90 Prozent. In der letzten Vollversammlung forderte der UBV unter anderem die Einführung einer Transparenzdatenbank für agrarische Güter. Überraschenderweise lehnten sämtliche Parteibauernorganisationen in der Kammer diesen Antrag ab, während die Offenlegung aller Ausgleichszahlungen kein Problem darstellt. Alle Parteien fordern niedrige Lebensmittelpreise oder sogar Eingriffe in die Preisgestaltung, was die Landwirtschaft als Urproduzent unmittelbar treffen würde. Gleichzeitig akzeptieren und forcieren dieselben Parteien Kürzungen bei den Ausgleichszahlungen. Wovon sollen die Bäuerinnen und Bauern dann leben? Diese Frage richtet der UBV an die verantwortlichen Parteienvertreter im Parlament. Weiters fordert der UBV, dass bei Grundstücksinanspruchnahmen das einschlägige Höchstgerichtsurteil bei der Berechnung von Entschädigungszahlungen zur Anwendung kommt. In seinem Bericht sprach sich Keplinger zudem klar gegen die Handelsabkommen mit Mercosur und der Ukraine aus, da diese einen massiven Nachteil für die heimischen bäuerlichen Familienbetriebe darstellen. Zum Schutz der österreichischen Landwirtschaft dürfe kein Handelsabkommen ohne fairen und indexgesicherten finanziellen Ausgleich abgeschlossen werden. Abschließend betonte Keplinger, dass der UBV seit März 2025 als zweitstärkste Fraktion in der Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) vertreten ist.
Anschließend wurden der Kassabericht präsentiert, der Kassier entlastet sowie der Tätigkeitsbericht von ÖR Johann Großpötzl vorgetragen, der mittlerweile auch die Funktion des Bundesobmanns der UBV-Altbauern-Gruppe innehat. Gudrun Roitner dankte in ihrer Rede allen Beteiligten, insbesondere Karl Keplinger und Johann Großpötzl, für ihren unermüdlichen Einsatz beim UBV und sprach allen Anwesenden Mut zu, weiterhin entschlossen für eine lebenswerte Landwirtschaft zu kämpfen.
Kudlichs der Gegenwart
Ein besonderer Programmpunkt war die Verleihung des Hans-Kudlich-Awards an drei verdiente Persönlichkeiten. Ehrenobmann Johann Ilsinger aus der Steiermark konnte aufgrund der Vorbereitungen zur Landwirtschaftskammerwahl nicht anwesend sein, ebenso war der Geschäftsführer des Vereines für Milchproduzenten Martin Detzelhofer aus gesundheitlichen verhindert. Alois Hamminger, Obmann-Stellvertreter des Vereins der Milchproduzenten, wurde für sein langjähriges und engagiertes Wirken im Sinne der bäuerlichen Interessen ausgezeichnet. In ausführlichen Berichten wurde dabei die Entwicklung des Vereins von der Gründung bis heute nachgezeichnet. Darüber hinaus wurden langjährige Mitglieder für ihre treue Mitgliedschaft geehrt.
Starke Bauern und freier Markt
Als Gastredner sprach Mag. Michael Hörl, Wirtschaftspublizist aus Salzburg über das Zusammenspiel von starkem Bauerntum und freiem Markt. Er unterstrich, dass bäuerliche Landwirtschaft weit mehr sei als reine Nahrungsmittelproduktion. Sie bilde einen zentralen Eckpfeiler für ökologische Nachhaltigkeit, soziale Stabilität, kulturelle Identität und regionale Wirtschaftskraft. Ohne eine funktionierende bäuerliche Landwirtschaft würden Landschaften veröden, die Biodiversität abnehmen und ländliche Räume massiv an Lebensqualität verlieren. Daher müsse alles darangesetzt werden, die bäuerliche Landwirtschaft auch im Rahmen eines freien Marktes zu schützen und zu stärken.
Mit Kaffee und Kuchen, liebevoll vorbereitet von den Bäuerinnen, fand der Landesverbandstag einen gemütlichen und gelungenen Ausklang.



















