Obmann Johann Ilsinger betonte in seinem Statement, dass es den UBV deshalb gibt, weil die Einkommen in der Land- und Forstwirtschaft schon seit vielen Jahren einfach nicht mehr passen. Die teilweise desaströsen Einbußen bei den Einkommen waren 2010 der Auslöser, dass sich in der Steiermark der Unabhängige Bauernverband – UBV begründete. Die Einkommensmisere zieht sich bei den Land- und Forstwirten wie ein roter Faden durch die letzten 25 Jahre. Während die Einkommen stagnieren oder sinken, steigen die Produktionskosten jedes Jahr. Die Konsequenz ist, dass sich seit 1986 die Betriebe bis heute von rund 300.000 Betrieben auf 150.000 Betrieben halbiert haben. Die Fortschreibung des aktuellen Agrarmodells mit der Gemeinsamen EU Agrarpolitik GAP ist ein Fortschreiben des Vernichtens von Bauernexistenzen. Deshalb fordert der UBV neue Wege in der Agrarpolitik. Dazu wurde eine konkrete Unterlage auf der Basis von ökonomischen Eckdaten wie Erfordernissen niedergeschrieben. Aus der Sicht von Ilsinger ist es ein Muss, dass die Land- und Forstwirte für ihre erbrachten Leistungen auch entsprechende Leistungsabgeltung benötigen. Dies muss einerseits aus dem Bereich Erzeugung von Lebensmitteln möglich sein. Dazu braucht es eine Leistungsabgeltung je Hektar für die Bereitstellung von Kulturland inklusive einer CO2 Leistungsprämie. Denn nur die Land- und Forstwirte erzeugen Sauerstoff und speichern CO2 in Böden oder in Wäldern.

Johann Herbst, zweiter Spitzenkandidat des UBV Steiermark – Team Ilsinger/Herbst zeigte in seinem Statement deutlich auf, wo u.a. die wesentlichen Ursachen für die desaströsen Einkommen der Bauern sind. Es passen derzeit die Spielregeln in keiner Branche bzw. Produktionssparte für die Land- und Forstwirte. Herbst zieht einen Vergleich mit dem Sport: „Wenn der 100 Meter Lauf in China nur 90 Meter lang ist, dann wird niemand mehr zusehen. Das wirtschaftliche Erfolgsmodell Sport wäre ökonomisch sofort am Ende,“ betont Hans Herbst. Die Landwirtschaft zahle heute bei internationalen Handelsverträgen die Zeche für andere Branchen. Das sei ein Unding und müsse auf politischem Weg abgestellt werden. Wie auch der Umstand, dass man hier den Landwirten Auflagen ohne Ende aufbürdet, während importierte Lebensmittel mit ganz anderen Möglichkeiten erzeugt werden können. Daher fordert der UBV gleiche Vorgaben für die Produktion, nur so sei ein faire Wettbewerb möglich. Dies braucht es, damit sich hier die Erzeugerpreise erholen und die heimische Landwirtschaft wieder wettbewerbsfähig wird. Wenn man die regionale Erzeugung von Lebensmittel will, müssen andere Spielregeln her. Mit einher zur Erzeugung von Lebensmittel geht die Gestaltung von Kulturland. Ohne Bauern wird diese Arbeit niemand mehr verrichten.

Florian Taucher kandidiert als Spitzenkandidat im Wahlkreis 1 – Graz/Graz Umgebung. Der ehemalige ÖVP Bürgermeister von Höf-Präbach und Gründer wie Sprecher der Gemeindeinitiative zeigte in seinem Statement auf, wie wichtig eine intakte Landwirtschaft in den Regionen, in den Gemeinden ist. Er sieht die aktuelle Leistungsabgeltung kritisch, weil unterm Strich nichts übrig bleibt, sondern man lebe von der Substanz. Er sieht den ganzen regionalen Naherholungsraum gefährdet, wenn die Bauern nicht das Land pflegen. Taucher verweist auch auf die fehlende Abgeltung der Inflation bei den Erzeugerpreisen oder bei den EU-Ausgleichsgeldern hin. Am Beispiel Milch kann man sehr plakativ die dramatische Situation des Kaufkraftverlustes ablesen bzw. darstellen. Lag der Bauernmilchpreis vor dem EU Beitritt bei rund 7,40 Schilling bzw. 0,53 Euro, so grundelt der Erzeugermilchpreis heute bei rund 35 bis 40 Cent herum, wobei er zwischenzeitig bereits unter 30 Cent gelegen war. Wäre der Erzeugermilchpreis an die Inflation angepasst, dann wäre der Erzeugermilchpreis heute bei 83 bis 84 Cent. Taucher verwies auch auf die zum Teil extrem große soziale Schieflage für die älteren der Bauerngenerationen hin. Am Beispiel seiner Mutter liegt die Bauernpension mit rund 480 Euro um 50 % unter der Mindestsicherung. Die Altersvorsorge hänge also unmittelbar mit dem Bauerneinkommen zusammen.

Obmann Johann Ilsinger betonte daher abschließend, dass der UBV eine Mindestpension für Bäuerinnen von 1.200 Euro fordert bzw. erwirken möchte. Dazu soll jede Frau für jedes Kind zusätzlich 200 Euro auf die Pension dazu erhalten. „Eine Gesellschaft wird nur dann langfristig funktionieren und intakt sein, wenn es vor allem eine echte Anerkennung von großen Leistungen gibt, in dem diese auch ordentlich bezahlt werden!“, schließt Hans Ilsinger.

Presseunterlagen Pressegespräch LK Wahl (14 Downloads) Zeitung zur LK Wahl STMK (23 Downloads) Wesen und Zielsetzung des UBV (19 Downloads)