Für seine großen Verdienste für die Landwirtschaft und die ländliche Gesellschaft wurde Karl Ketter der Berufstitel Ökonomierat verliehen. Ende September feierte der 60jährige Taufkirchner seine Auszeichnung gemeinsam mit Freunden und Weggefährten. Zahlreiche Gäste folgten seiner Einladung und gaben ihm die Ehre. Bio-Austria Bundesobfrau Gertraud Grabmann und Josef Hechinger, Bio-Bauer der ersten Stunde und Gründungsmitglied des Bio-Bauernstammtisches Schärding, würdigten seine Leistungen in der Bio-Branche. Ketter sei ein Pionier der Bio-Landwirtschaft. UBV-Landesobmann Karl Keplinger würdigte ebenso seinen unermüdlicher Einsatz für Berufskollegen und berichtete sowie auch Sohn David Ketter unter anderen über heitere Episoden aus dem Leben des Gratulanten. Auch die musikalischen Talente Ketters konnten die Gäste kennenlernen.

In seinen jungen Jahren war Karl Ketter Gründungsmitglied und Obmann-Stellvertreter der JVP St. Florian am Inn sowie Mitglied der Jungbauernschaft des Bezirkes Schärding. 1995 gründete er den Biobauern-Stammtisch Schärding. Aufgrund der damals geringen Anzahl an Bio-Betrieben war das Fortbildungsangebot der Landwirtschaftskammer klein. Ketter und seine Weggefährten trafen sich einmal pro Monat, um sich auszutauschen. Bio-Arbeitskreise gab es damals noch nicht. 2003–2009 war Ketter Landwirtschaftskammerrat und Fraktionsobmann des UBVs. 2009–2015 war er im LKAusschuss für Bildung und Beratung. Zurzeit engagiert er sich im LK-Ausschuss für Biolandbau und Direktvermarktung.

Seit seinem 18. Lebensjahr bewirtschaftet Karl Ketter den elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb mit Milchkühen und Ackerbau und stellte 1995 auf biologische Arbeitsweise um. Gerade in den ersten Jahren nach seiner Umstellung sei er von Vielen belächelt worden, erzählte Ketter. Bio-Landwirtschaft war damals noch zu exotisch für viele Landwirte. In den vergangenen 23 Jahren habe sich aber das Bild gewandelt. Weitere Landwirte stellten auf Bio um und die Idee Bio-Landwirtschaft stöße auf immer mehr Zuspruch. „Das ist eine späte Bestätigung für unsere Entscheidung“, erzählte Ketter in seiner Ansprache. Er dankte seiner Frau für ihre Unterstützung: „Heute sollte es nicht nur um mich gehen, weil wir entscheiden als Familie.“ Der stärkeren Zusammenarbeit zwischen landwirtschaftlichen Betrieben sieht ÖR Karl Ketter eine Zukunft für die Landwirtschaft. Gerade für kleine Betriebe bieten Kooperationen ein großes Potenzial. Der Bio-Pionier wird sich auch in Zukunft weiter für den Bio-Landbau und für seine Berufskollegen stark machen. Er bleibt ein Bio-Pionier, auch als Ökonomierat.